„Zu Hause bei der Grünen Wiese“

Übergabe des Bürgervotums and das Stadtplanungsamt

Am 27.11. übergaben wir dem Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau, Raoul Schmidt-Lamontain und dem Stadtplanungsamt das Bürgervotum Altgruna zur weiteren Bearbeitung. Uns hat die Vielzahl der Beteiligten positiv überrascht, die wir als Verpflichtung empfinden, konstruktiv und in hoher fachlicher und demokratischer Reife das Begonnene fortzusetzen.
Wichtig ist uns vor allem, Bürgerbeteiligung in Gruna zu festigen und in einer Partnerschaft von Stadtverwaltung, regionalen Wirtschaftsakteuren und last but not least der Bürgerschaft das von der Stadtverwaltung mit dem Wettbewerbsverfahren Begonnene zu guten Ergebnissen zu führen.
Darüber hinaus ist uns sehr daran gelegen, Bürgerbeteiligung in Dresdner Stadtteilen zu qualifizieren und auf eine langfristig stabile Basis zu stellen - dazu Näheres unter 4. Im Votum.
Als gegenwärtiger Anlaufpunkt für Grunaer BürgerInnen und Akteure stehen wir für weitere Planungen und Nachfragen zur Verfügung.

Um was geht es?

Grundlagen, Zielstellung und Vorgehen beim Erstellen des Bürgergutachtens

  1. Ausgangsfrage: Was wollen Grunaer BewohnerInnen? Welche städtebaulich-freiraumplanerischen Ziele sind für Altgruna aus ihrer Sicht erstrebenswert?
  2. Unser Leibild: Gruna ist ein Dresdner Ortsteil mit langer Geschichte, kulturell-bürgerschaftlicher Tradition und mit aussichtsreicher Zukunft in einer modernen Großstadt; Gruna stellt sich seiner Tradition und bekennt sich zur Moderne. Wir sind uns zugleich der verkehrsgünstigen Lage des Stadtteils im mittleren Osten Dresdens bewusst.
  3. Anlass: Städtebauliches und freiraumplanerisches Werkstattverfahren zur Revitalisierung von Altgruna
    In der Pressemitteilung des Stadtplanungsamtes vom 30.08. heißt es: „Ziel des Werkstattverfahrens war, städtebauliche und freiraumplanerische Strukturen zu entwickeln, um Altgruna besser in den städtischen Kontext einzubinden, zu erschließen und aufzuwerten. Die Auslober erwarteten Lösungsansätze für positive Impulse zur Entwicklung des Quartiers. Der für die weitere Bearbeitung empfohlene Entwurf zeigt eine zukünftige Option, die unter Beteiligung der Öffentlichkeit in einem Rahmenplan weiter vertieft werden soll.“
    Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative der Stadtverwaltung: Viele BewohnerInnen empfinden Gruna als vergessenen Stadtteil - trotz der zentrumsnahen Lage in der Landeshauptstadt Dresden (= LHD). In der Aufgabenstellung nehmen wir jedoch als Mangel wahr, dass zu wenig die günstigen Entwicklungsvoraussetzungen des Stadtteils als bewahrenswert und ausbaufähig, mithin als spezifisches Potential gewürdigt werden.

Mehr Informationen finden sie hier

Nachbarschaftstage in Gruna münden in einer BewohnerInnenkonferenz.

Das Echo im Stadtteil und die bisherige Beteiligung an den Nachbarschaftstagen bestätigen: Gruna ist ein attraktiver Wohnort im mittleren Osten Dresdens. Viele Nachbarn wohnen hier länger als im Durchschnitt anderer Stadtteile und das gerne.
Dennoch bleibt viel zu tun: die Nachbarschaften festigen, den Stadtteil als Ganzes und insbesondere Altgruna als Ortszentrum aufwerten und zum lokalen Engagement für eine sozial ausgeglichene und ressourcenschonende Lebens- und Arbeitsweise ermutigen. Diesen Zielen dienen die erstmals ausgerichteten Grunaer Nachbarschaftstage, die am 1. Juni starteten.
Die letzte Woche steht unter der Überschrift „Die Nachbarn haben das Wort“ - nun in Gestalt der BewohnerInnenkonferenz am 16. Und 17. Juni. Vor dem Hintergrund der anstehenden städtebaulichen Veränderungen ragt sie aus dem Gesamtprogramm der Nachbarschaftstage heraus, da sie zur Beteiligung ermutigen will. Wichtig ist den Ausrichtern, dass Bewohner neben ihren Veränderungswünschen auch diejenigen Orte, Gebäude, Grün- und Wasserflächen, Einrichtungen etc. benennen, die sie als bewahrenswert erachten. Dazu gehören auch solche, die heute zerstört oder kaum noch zu erkennen sind, die aber – wie bspw. die beiden Standorte der „Grünen Wiese“ - in der Geschichte des Stadtteils und der Nachbarschaften einst eine wichtige Rolle spielten. Reizvolle Orte fanden wir auch in den Wohnhöfen des „Aktivistenviertels“, entlang des Grunaer Landgrabens, im Rothermundtpark, an der Pikardie im Großen Garten oder in einem Hof auf der Herkulesstraße, wo ein Wasser-/Feuerwehrturm so manches Rätsel aufgibt.
Im Ergebnis der fünf Stadtteilrundgänge und der Bürgerbefragung an den Siedler-Zelten zeichnen sich bereits jetzt einige Themen für die BewohnerInnenkonferenz ab: Erwartet werden mehr Miteinander im Stadtteil, einladende Begegnungsorte auch in den Wohngebieten, mehr Grün und Sitzmöglichkeiten im Ortsteilzentrum, mehr Platz für Kinder und mehr Kultur im Alltag.
Zu Beginn der Bewohnerkonferenz am 16. Juni um 17 Uhr im Hans-Erlwein-Gymnasium werden diese Ergebnisse diskutiert und vertieft. Am 17. Juni ab 10 Uhr entwickeln die Teilnehmenden in diesem traditionsreichen Raum daraus eine Agenda für die entwicklung und Gestaltung Grunas und vereinbaren erste Schritte zur Umsetzung. Vielleicht gelingt es, ein Bürgermodell zum künftigen Aussehen von Altgruna zu entwickeln, das wir dem Stadtplanungsamt und unseren Grunaer NachbarInnen nach der Sommerpause präsentieren. Und Sie können sagen: „“Ich bin dabei gewesen ..•
Dazu wie auch zu allen weiteren Veranstaltungen der Abschlusswoche - wie etwa am 13.06., 18 Uhr beim Tauschnetz in der Schieferburg oder am 15.06. bei der Putzaktion öffentlicher Flächen am Findlingsbrunnen mit SchülerInnen und AnwohnerInnen sowie am 16. Juni rund um die Stadtteilbibliothek - sind die Grunaer und ihre Freunde, Unterstützer und Gäste herzlich eingeladen und können sich schon vorher bei den Organisatoren zur BewohnerInnenkonferenz anmelden.
Auf eine gute Nachbarschaft!

Erste Nachbarschaftstage 2017 von Donnerstag, den 1. Juni, bis Sonntag, den 18. Juni 2017

Bei allen beteiligten Partnern mit zentralen Veranstaltungen wie

Fotos aus Gruna mit Gruna Logo
„So klingt Gruna“ mit Beiträgen von musizierfreudigen Nachbarn –
und alle können mitmachen
am 01.06., 16 Uhr
rund um den Findlingsbrunnen
„So klingt und schmeckt Gruna“ Lange Musiknacht am 02.06., 16 bis 24 Uhr
„So sind unsere Jüngsten“ Kindertag des FZ Pauline am 11.06.
„So tickt Gruna“ Bürgerkonferenz als Zukunftswerkstatt am 16./17.06
  und mit Stadtteilrundgängen ab 08.05.
„So frisch sind wir“ Brunnenfest am 18.06.

Den Flyer mit dem gesamten Programm können Sie hier herunterladen.

Um was geht es?

Lebendige Nachbarschaften gestalten – ein gutes Stück Gemeinschaft im Stadtteil
„Gruna, der Ort in der grünen Aue“ – steckt darin nicht ein Versprechen auf hohe Lebensqualität?
Auch ist Gruna durch seine gute Einbindung in urbane Netze ein attraktiver Wohnort im mittleren Osten Dresdens, wo viele Nachbarn länger wohnen als im Durchschnitt anderer Dresdner Stadtteile.
Dennoch bleibt viel zu tun: die Nachbarschaften festigen, den Stadtteil als Ganzes und insbesondere Altgruna als Ortszentrum aufwerten und zum lokalen Engagement für eine sozial ausgeglichene und ressourcenschonende Lebens- und Arbeitsweise ermutigen.
Auf diesem Weg wollen wir, als vor Ort fest Verankerte, Anschübe geben, Partnerschaften und Bündnisse auf- bzw. ausbauen, nachhaltige Vorhaben erproben und vor allem hier Lebende und Tätige für ihren Stadtteil interessieren, aktivieren und mit den Möglichkeiten gemeinsamen Handelns vertraut machen.

Aktivitäten unsererseits:

Der Verein Sigus e.V. gehört nicht nur zu den Ausrichtern der Grunaer Nachbarschaftstage, sondern bringt sich auch mit eigenen Veranstaltungsangeboten in das Programm ein:

  1. Mit unseren herzlichsten Wünschen für ein gelingendes und gesundes Jahr hoffen wir darauf, gemeinsam mit Ihnen 2018 unterwegs zu sein. Gelegenheit dazu bietet bereits das erste ErzählCafé des neuen Jahres:
    Montag, 08.01.2018, 14 Uhr in Altgruna, Begegnungsstätte Fidelio, Papstdorfer Str. 25

    Thema: Wohnen in Demenzdörfern oder in demenzfreundlichen Kommunen? Reise in die nahe Zukunft mit einer Alltagsbegleiterin und einem Dokumentarfilm.
    Mehr Informationen finden sie hier

  2. Wie konnte es soweit kommen?
    Zeitzeugengespräch und Ausstellungseröffnung im Rahmen der Grunaer Nachbarschaftstage
    Donnerstag, 08.6.2017, 10 Uhr im Grünen Büro, Schlüterstr. 7, 01277 Dresden

    „Wir zogen in eine Wohnung, wo kurz zuvor Juden gelebt haben mussten" erinnert sich Susanne Saleh an ihre Kindheitsjahre um 1940 in Gleiwitz. Gerade in letzter Zeit stehen ihr die Bilder immer deutlicher vor Augen, aus jener Zeit, wo sie einen Ring in der neuen Wohnung fand, der ihnen eindeutig nicht gehörte. Auffällig oft berichten Altenpfleger über das Aufbrechen zuvor offenbar durch Elternschaft und Beruf verschütteter Erinnerungen bei Senioren. In der professionellen Altenpflege fehlt dann oft die Zeit, das im Miteinander zu „bearbeiten“. Eben deshalb sind nach unserer Erfahrung Dialoge zwischen Angehörigen verschiedener Generationen so wichtig. Die Ausstellung des SIGUS e.V. reiht sich hier in aktuelle Versuche ein.

    „Wir sind ja die Letzten, die noch etwas über die Zeit des Nationalsozialismus sagen können. Wie konnte es passieren, dass ein ganzes Volk Hitlers Ideen gefolgt ist, was ja bekanntermaßen in einer Katastrophe endete? Wer heute noch einen Zeitzeugen aus der Hitlerzeit trifft, fragt sich vielleicht: Wie mag das damals gewesen sein? Ist das auch einer, der Juden erschossen hat? Für die nachfolgenden Generationen, aber auch für uns, ist es schwierig zu sehen, dass es zunächst einmal ein ganz normales Leben gab.“ Diese Gedanken eines 1926 Geborenen beim Dresdner GenerationenTisch in der Synagoge 2015 leiten die Ausstellung: „Wie konnte es soweit kommen?“
    Den Alltag vor und während der NS-Zeit in den Berichten von Zeitzeugen nachempfindbar zu machen hilft, besser zu verstehen, wie „ganz normale“ Menschen in ein barbarisches System „gerieten“, dort agierten, alltäglich lebten. Wir Jüngeren können ihnen helfen, diesen Teil ihrer Lebensgeschichte zu bearbeiten – und werden zugleich hoffentlich sensibler für aktuelle Gefährdungen unserer demokratischen Kultur.

    Mit dem Ausstellungsprojekt einschließlich der Publikation zum Dresdner GenerationenTisch wollen wir der angerissenen Situation eine reflektierte historische Dimension zur Seite stellen: Ja, wir können wirklich etwas aus der Geschichte lernen – und daraus Impulse dafür erfahren, heutige Aufgaben mit einem nach wie vor begründeten Optimismus anzugehen. Der Weg ist tatsächlich das Ziel – ein demokratisch verfasstes, sich reflektierendes Gemeinwesen! Auf dem Weg dorthin haben wir keine Rezepte oder gar letzte Antworten. Wir können lediglich einen Dialograhmen dafür schaffen und Schüler, Lehrer, Eltern, Großeltern, Nachbarn und Interessierte ermuntern, die aufgeworfenen Fragen als Teil ihrer Geschichte im Austausch der Generationen anzunehmen.

    Erstmals war die Ausstellung zu besichtigen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus am 3. April 2017 im Dresdner Programmkino Ost, wo ca. 60 Besucher aller Altersgruppen den Dokumentarfilm sahen „Wir sind Juden aus Breslau“ (Karin Kaper und Dirk Szuszies)

    Und auch während der Nachbarschaftstage wird die Ausstellung in Gruna bis 30. Juni 2017 zu besuchen sein, können Interessierte mit Susanne Saleh und anderen Zeitzeugen anlässlich der Eröffnung ins Gespräch kommen. Die grüne Stadträtin Kerstin Harzendorf führt in Thema und Ausstellung gemeinsam mit den Ausstellungsmachern von SIGUS e.V. ein.

    Das Ausstellungsprojekt wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz sowie Lokales Handlungsprogramm für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus.
    Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstalter stehen für Nachfragen und weitere Informationen gern zur Verfügung.

Es laden ein...

Und inzwischen auch

Ob Sie hier leben, arbeiten, sich als Gruppe engagieren oder als Unternehmen tätig sind – Sie sind aufgerufen und eingeladen, sich an den erstmals in Gruna stattfindenden Nachbarschaftstagen zu beteiligen. Bitte wenden Sie sich an den Vorbereiterkreis